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Horváth-Studie: Wasserstofftechnologie eröffnet neue Chancen für Energieversorger

Wasserstofftechnologien könnten ein Schlüssel zu neuen, erfolgversprechenden Geschäftsmodellen für Energieversorger werden. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Strategieentwicklung von Energieversorgern“, die im zweijährigen Turnus von der Managementberatung Horváth & Partners seit 2010 durchgeführt wird. Demnach habe sich das Vertrauen in die positive Entwicklung durch Power-to-Gas in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt, aktuell rechnen rund 60 Prozent der Versorgungsunternehmen mittel- und langfristig mit hohen bis sehr hohen Margen.

Darüber hinaus rechnen die Energieversorger damit, dass bis zum Jahr 2025 etwa 47 Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Damit würde das Ziel der Bundesregierung von 40 bis 45 Prozent noch übertroffen werden. Wachstum erwarten die Versorger den Studienergebnissen zufolge etwa im Bereich Photovoltaik. 80 Prizent sehen in der Energiewende eine Chance für ihren Betrieb. Durch diesen starken Ausbau der Erzeugungskapazitäten steigt die Volatilität in der Stromerzeugung und damit der Bedarf für Energiespeicher. Eine dieser Lösungen könnte, so die Studie, Wasserstoff sein.

Die Studie belegt, dass die Versorger Power-to-Gas unter den Top drei der Flexibilisierungsoptionen des Stromversorgungssystems sehen. Kaum eine andere Flexibilisierungsoption verspricht zukünftig ähnlich hohe Margen. Diese Einschätzung hat sich bei Power-to-Gas in den vergangenen zwei Jahren stark verändert: Heute messen 60 Prozent der Versorger der Technologie hohes Potenzial zu, vor zwei Jahren waren es 25 Prozentpunkte weniger. „Allerdings ist der Weg, diese Potenziale zu heben, oftmals noch nicht eindeutig geklärt. Die Energieversorger suchen noch ihre Strategie und weisen bezüglich ihrer Zukunftsprojekte einen sehr heterogenen Reifegrad auf“, sagt Matthias Deeg, Leiter des Beratungsbereichs für die Energiewirtschaft von Horváth & Partners.

Auch mit Blick auf Mobilitätslösungen steht noch nicht fest, wohin die Reise geht. Unternehmen setzen nicht nur auf Batteriebetrieb, sondern geben auch Brennstoffzellen eine Chance. In den Bereichen Bus und LKW sehen mehr als 75 Prozent der Befragten in Hybriden und Brennstoffzellen ein größeres Potenzial als bei reinem Batteriebetrieb. „Wir haben es mit einer Co-Existenz verschiedener Technologien zu tun. Je größer das Fahrzeug und je länger die Strecke, desto mehr Vorteile kann der Wasserstoff bieten“, sagt Horváth-Experte Deeg. Seine Prognose für die Bereiche Mobilität und Logistik, aber auch die Energieversorgung: „Wir werden sehen, dass die Speicherung von Energie aus überschüssigem Öko-Strom im Energieträger Wasserstoff an Bedeutung gewinnt. Mit steigenden Preisen für CO2-Zertifikate wird das auch für die Stadtwerke und Energieproduzenten immer reizvoller.“ (jr)

www.horvath-partners.com