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Erste industrielle Power-to-Gas-Anlage im schweizerischen Dietikon

05.02.2020 – Der schweizerische Energieversorger Limeco baut mit den Viessmann-Tochterunternehmen microbEnergy und Schmack Biogas die nach eigenen Angaben weltweit größte Power-to-Gas-Anlage in Dietikon. Hier solle, so die Unternehmen, die mikrobiologische Umwandlung von Wasserstoff zu Methan zur Anwendung kommen. Die Technologie wurde von der Viessmann-Tochter microbEnergy entwickelt und zur technischen Reife gebracht. Technologielieferant für die Elektrolyse ist Siemens. Die beteiligten Unternehmen unterzeichneten nun den Werkvertrag für das Großprojekt.

Für Limeco startet das Projekt unter der Prämisse der schweizerischen „Energiestrategie 2050“, die auf Atomausstieg, die Reduktion von Treibhausgasen und den Ausbau von erneuerbarer Energie wie Solar- oder Windkraft setzt. Für Patrik Feusi, Geschäftsführer bei Limeco, ist die PtG-Technologie der Schlüssel für ein regionales umweltfreundliches Energiekonzept: „Wir engagieren uns tagtäglich für die saubere Zukunft. Mit Strom aus unserer Abfallverwertungsanlage und dem Klärgas aus unserer Abwasserreinigungsanlage liefern wir die zwei wichtigsten Zutaten im PtG-Prozess – und zwar gleich am Standort. Darum macht das erste Schweizer Hybridkraftwerk genau hier in Dietikon Sinn.“

Die Power-to-Gas-Pilotanlage am Firmensitz von Viessmann in Allendorf (Eder). Foto: Viessmann

Die Power-to-Gas-Pilotanlage am Firmensitz von Viessmann in Allendorf (Eder). Foto: Viessmann

Nach dem Spatenstich im Frühjahr 2020 soll die Inbetriebnahme der neuen Anlage in rund einem Jahr erfolgen. Für den Bau der Anlage ist Schmack Biogas verantwortlich. Durch die Verbrennung von erneuerbarem Gas anstelle von Heizöl werden dann jährlich etwa 4.000 bis 5.000 Tonnen weniger CO2-Emissionen entstehen. Das entspricht dem ungefähren Verbrauch von 2.000 Haushalten.

„Limeco ist mit seinen drei Geschäftsbereichen Abfall- und Abwasserentsorgung sowie Wärmeversorgung für ein Energiesystem mit PtG prädestiniert“, sagt Doris Schmack, Geschäftsführerin der microbEnergy. „Der bei der Abfallverwertung erzeugte Überschussstrom wird zu Wasserstoff umgewandelt und mit Klärgas aus der Abwasserreinigungsanlage gemischt – so entsteht speicherbares, grünes Gas.“ Die Prton Exchange Membrane (PEM)-Elektrolyseanlage von Siemens verfügt dabei über eine Leistung von insgesamt 2,5 MW und kann damit bis zu 450 Nm3/h Wasserstoff erzeugen. Dieser wird dann zusammen mit dem Kohlendioxid aus dem anfallenden Klärgas zu Biomethan umgewandelt.

Das Projekt ist durch die Kooperation der Limeco mit der Swisspower AG und regionalen Energieversorgungsunternehmen breit abgestützt. Sie alle sehen ein enormes Potenzial für Power-to-Gas in der Schweiz. Alleine mit PtG-Anlagen an den 100 größten Abwasserreinigungsanlagen der Schweiz könnte laut Experten der Energiebedarf von über 250.000 Personen gedeckt werden. (jr)

www.viessmann.de

www.limeco.ch

www.microbenergy.de