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Bundesnetzagentur beteiligt Öffentlichkeit am Szenariorahmen Strom

20.01.2020 – Die Bundesnetzagentur (BNetzA) konsultiert seit Mitte Januar den Entwurf des Szenariorahmen Strom 2021-2035. Hierin haben die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) mögliche Szenarien für die Netzentwicklungsplanung im Strombereich bis zu den Jahren 2035 und 2040 abgebildet. „Der Szenariorahmen ist die Planungsgrundlage, um zu ermitteln, wieviel Netzausbau notwendig ist. Er berücksichtig die jüngst beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung“, erklärt Jochen Homann, Präsident der BNetzA. „Bürger, Verbände, Unternehmen und Behörden können sich an der Konsultation in den nächsten vier Wochen beteiligen. Damit kann die Öffentlichkeit schon zu einem frühen Zeitpunkt Einfluss auf die Netzentwicklungsplanung nehmen“, führt der BNetzA-Präsident aus.

Die ÜNB erstellen alle zwei Jahre einen solchen Szenariorahmen. Dieser beschreibt mithilfe von vier möglichen Szenarien die wahrscheinliche Entwicklung des Stromsektors. Dabei wird die Energiewende mit unterschiedlich starken Ausprägungen der Sektorenkopplung und einer unterschiedlichen Netzorientierung von Erzeuger- und Verbraucherverhalten realisiert. Die Szenarien orientieren sich dabei an den aktuell geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen und energiepolitischen Zielen der Bundesregierung, wie zum Beispiel die EE-Ausbauziele des Bundes-Klimaschutzgesetzes und die CO2-Reduktionsziele des Klimaschutzprogramms 2030.

Im Vergleich zum letzten Szenariorahmen hat sich das Zieljahr fünf Jahre in die Zukunft verschoben. Daher sind die angenommenen installierten Kapazitäten der erneuerbaren Energien merklich angestiegen. Für den konventionellen Kraftwerkspark wird zudem der Kohleausstieg berücksichtigt.

Die Netzbetreiber haben die Modelle zur Prognose des Stromverbrauchs aus dem letzten Szenariorahmen außerdem weiterentwickelt. Diese ermöglichen somit eine verbesserte Prognose des Aufkommens, der Verteilung und des Einsatzverhaltens neuer Stromanwendungen wie Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen oder Power-to-Gas. Angesichts zunehmender Sektorenkopplung gehen die ÜNB insgesamt von einer Zunahme des Stromverbrauchs aus. Denn trotz umfassender Energieeffizienzmaßnahmen steigt der Verbrauch durch neue Stromanwendungen in allen Sektoren. Damit können CO2-Minderungen im privaten Bereich, im Verkehr sowie im gewerblichen und industriellen Sektor erreicht werden.

Darüber hinaus haben die Netzbetreiber bei der Entwicklung des Szenariorahmens neue Entwicklungen bei der Flexibilisierung von Stromanwendungen und neue Speichertechnologien berücksichtigt. Hierzu zählen die Steuerung des Verbrauchsverhaltens, die Flexibilisierung des Betriebs von KWK-Anlagen und Batteriespeicher unterschiedlichster Leistungsklassen.

Zum Entwurf des Szenariorahmens hat die BNetzA außerdem ein Begleitdokument veröffentlicht. Dieses enthält Hinweise, zu welchen Themen sich die BNetzA im Rahmen der Konsultation konkrete Informationen und Stellungnahmen erhofft. Während des Konsultationszeitraums veranstaltet die BNetzA am 05. Februar in Berlin sowie am 06. Februar in Nürnberg Dialogveranstaltungen, um mit der Öffentlichkeit in den Dialog zu treten.

Den Entwurf des Szenariorahmens 2021-2035, das Begleitdokument sowie nähere Informationen zu den Dialogveranstaltungen finden Sie hier. Stellungnahmen zum Szenariorahmen können bis zum 14. Februar per E-Mail an szenariorahmen2021-2035@bnetza.de – Betreff: Szenariorahmen –oder per Post an die BNetzA gerichtet werden. (jr)

www.bundesnetzagentur.de